Freihandelsabkommen mit Malaysia: Konsequenzen für den Schweizer Agrar- und Lebensmittelsektor

Seit 2014 verhandelt der Bundesrat mit Malaysia über ein Freihandelsabkommen, das eine vereinfachte Einfuhr vom umstrittenen Palmöl in die Schweiz sehr wahrscheinlich einschliessen wird. Dies stellt somit für den Schweizer Agrar- und Lebensmittelssektor eine grosse Gefahr dar, da das günstige Palmöl direkt mit dem einheimischen Öl konkurrenzieren wird.

Felber, Christian, 2016

Art der Arbeit Bachelor Thesis
Auftraggebende SALS-Schweiz
Betreuende Dozierende Binswanger, Mathias
Keywords Analyse der finanziellen Einbussen für die Wertschöpfungskette Rapsöl in der Schweiz. Freihandelsabkommen mit Malaysia. Vereinfachte Einfuhr von Palmöl in die Schweiz.
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Heute steckt das billige Tropenöl in fast jedem zweiten Produkt aus dem Supermarkt. Aufgrund seinen technischen Eigenschaften ist das Fett bei der Lebensmittelindustrie zur Herstellung von Margarine, Schokoauftrich, Eiscreme, usw. sehr begehrt. Allerdings ist der Anbau von Palmöl sehr umstritten: tropischer Regenwald wird abgeholzt, grosse Mengen von Kohlendioxid werden in der Amtmosphäre freigesetzt und indigene Völker werden von ihren Ländern vertrieben. Mit einem Zollabbau würde das einheimsche Öl verstärkt unter Druck gesetzt. Die Ölbranche befrüchtet, dass die Nachfrage zurück gehen wird und somit zu erheblichen finanziellen Konsequenzen für die Bauern führen wird. Am meisten davon betroffen wäre das Rapsöl, da dieses Öl in der Schweizer Lebensmittelindustrie in grosser Menge verwendet wird. Ferner muss nicht vergessen werden, dass Raps in der Fruchtfolge eine wichtige Rolle spielt. Falls der Anbau von Raps nicht mehr möglich wäre, würde andere Schweizer Öle wie Sonnenblumenöl auch gefährdet werden.
Um die Problematik des Palmöls und den Schweizer Ölsaatenmarkt besser zu verstehen, wurde zuerst im Rahmen dieser Arbeit eine Analyse der relevanten Literatur (Internet, Dokumente von Partnerverbänden der SALS-Schweiz) und der verfügbaren Statistiken (EZV, BFS) durchgeführt. Des Weiteren wurden auch Interviews von Fachexperten aus unterschiedlichen Organisationen durchgeführt. Dank ihren langfristigen Erfahrungen und fundierten Kenntnissen im Schweizer Agrar- und Lebenmittelssektor, konnten Auswirkungen einer vereinfachten Einfuhr von Palmöl auf den Schweizer Ölsaatenmarkt besser abgeschätzt werden.
Ziele dieser Arbeit waren, die möglichen Auswirkungen – vor allem finanziell – für den Schweizer Agrar- und Lebensmittelssektor abzuschätzen und ein Informationsmittel über diese Auswirkungen für die SALS-Schweiz und ihre Partnerverbände zur Verfügung zu stellen. Diese Arbeit liefert interessante Ergebnisse. Erstens sind alle Experten der Meinung nach, dass Palmöl – trotz den problematischen Produktionsmethoden – mit hoher Wahrscheinlichkeit ins Freihandelsabkommen mit Malaysia eingeschlossen wird. Für Malaysia ist das Palmöl ein wichtiges Exportprodukt und der Ausschluss von Palmöl kommt nicht in Frage. Zweitens würde ein grösseres Angebot von Palmöl in der Schweiz einheimische Öle verdrängen. Laut Experten könnte die Nachfrage um 40 Prozent zurückgehen. Dies entspricht ein Verlust für die Schweizer Bauern von ca. CHF 26 Millionen. Dieser Nachfragerückgang würde zuerst den Rapspreis unter Druck setzen und dann aber auch die Preise für Sonnenblumenöl. Die schon tiefe Marge wird weiter sinken und einen grossen Teil der ca. 6'300 Bauern, die Raps kultivieren, würden aus dem Geschäft aussteigen.
Studiengang: Betriebsökonomie (Bachelor)
Vertraulichkeit: öffentlich
Art der Arbeit
Bachelor Thesis
Auftraggebende
SALS-Schweiz, Lausanne
Autorinnen und Autoren
Felber, Christian
Betreuende Dozierende
Binswanger, Mathias
Publikationsjahr
2016
Sprache der Arbeit
Deutsch
Vertraulichkeit
öffentlich
Studiengang
Betriebsökonomie (Bachelor)
Standort Studiengang
Olten
Keywords
Analyse der finanziellen Einbussen für die Wertschöpfungskette Rapsöl in der Schweiz. Freihandelsabkommen mit Malaysia. Vereinfachte Einfuhr von Palmöl in die Schweiz.