Einfluss von Kommunikation und sozialen Faktoren auf die Berufswahl von Jugendlichen – Ansätze zur Stärkung der Berufsbildung im Kanton Basel-Stadt
Wie treffen Jugendliche ihre Bildungsentscheidungen? Die Arbeit untersucht, welche sozialen und kommunikativen Faktoren die Berufswahl prägen und wie das Erziehungsdepartement die Berufsbildung im Kanton Basel-Stadt als attraktiven und gleichwertigen Bildungsweg stärken kann.
Rexha, Azra, 2026
Art der Arbeit Bachelor Thesis
Auftraggebende Erziehungsdepartement Kanton Basel-Stadt
Betreuende Dozierende Dörner, Adele
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Der Kanton Basel-Stadt steht vor der Herausforderung, die Abschlussquote auf der Sekundarstufe II zu erhöhen und die Berufsbildung als gleichwertigen Bildungsweg zu stärken. Während schweizweit 90,2 Prozent der 25-Jährigen über einen Abschluss der Sekundarstufe II verfügen, liegt Basel-Stadt mit 87,5 Prozent unter dem nationalen Zielwert von 95 Prozent. Als urbaner Universitätskanton ist Basel-Stadt stark an allgemeinbildenden Wegen orientiert und weist eine hohe demografische Vielfalt auf. Daraus ergibt sich die Frage, wie die Berufsbildung sichtbarer und attraktiver werden kann.
Die Arbeit folgt einem Mixed-Methods-Ansatz. Den Schwerpunkt bilden fünf leitfadengestützte Interviews mit Fachpersonen aus Berufsorientierung, Sekundarstufe I, Laufbahnberatung und kantonaler Berufsbildung, ausgewertet mit einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring. Ergänzend wird eine standardisierte Online-Umfrage durchgeführt und aufgrund der kleinen Stichprobe rein explorativ ausgewertet. Zusätzlich werden die öffentlichen Social-Media-Beiträge des Erziehungsdepartements von Januar bis Juli 2026 deskriptiv analysiert. Aus den Befunden werden Handlungsempfehlungen abgeleitet.
Die Ergebnisse zeigen, dass das Elternhaus eine zentrale Rolle bei Bildungsentscheidungen spielt. Eltern prägen den Entscheidungsraum durch Ratschläge, eigene Bildungserfahrungen und Vorstellungen vom gesellschaftlichen Status der Bildungswege. Im Zusammenhang mit Migration ist weniger die Herkunft als die Vertrautheit mit dem Bildungssystem sowie die sprachlichen, zeitlichen und finanziellen Ressourcen der Familie relevant. Auch die Leistungszüge A, E und P strukturieren die wahrgenommenen Anschlussmöglichkeiten früh und lassen die Berufsbildung besonders für leistungsstarke Jugendliche wenig sichtbar erscheinen. Die Berufsbildung gilt als wertvoll, wird im städtischen Umfeld aber teils als zweite Wahl wahrgenommen. Besonders wirksam sind praktische Einblicke, wobei der Zugang zu offenen Schnupperlehren erschwert ist. Soziale Medien spielen eine ergänzende, keine zentrale Rolle. Empfohlen werden sechs Handlungsfelder: eine übergeordnete Kommunikationsstrategie, mehr Berufsorientierung in allen Leistungszügen, plattformspezifische Social-Media-Kommunikation, eine formalisierte Kooperation mit Lehrberufe Live!, eine frühe Elternansprache und die Förderung offener Schnupperlehren.
Studiengang: Betriebsökonomie (Bachelor)
Keywords Berufsbildung, Berufswahl, Bildungsentscheidungen, Jugendliche, Berufsorientierung, Sekundarstufe II, Kommunikation, Social Media, Elternhaus, Schnupperlehre, Kanton Basel-Stadt
Vertraulichkeit: öffentlich