Wissenssicherung und Wissenstransfer in einem projektorientierten Ingenieurbüro

Wie sichert ein kleines, projektbasiertes Ingenieurbüro das Wissen seiner Mitarbeitenden, bevor es mit deren Weggang verloren geht? Die Arbeit zeigt, wie sich Wissenssicherung und -transfer mit einfachen, auf Bestehendem aufbauenden Massnahmen praxisnah gestalten lassen.

Gashi, Behare, 2026

Art der Arbeit Bachelor Thesis
Auftraggebende Ingenieurbüro
Betreuende Dozierende Witmer, Thomas
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In projektorientierten Ingenieurbüros entsteht laufend wertvolles Wissen, das stark an einzelne Personen und Projekte gebunden bleibt und überwiegend auf persönlicher Erfahrung beruht. Verlässt eine Schlüsselperson das Unternehmen, etwa durch Pensionierung, droht dieses Wissen verloren zu gehen. Im untersuchten Elektroplanungsbüro mit fünfzehn Mitarbeitenden führten mehrere Pensionierungen bereits zu spürbaren Wissensverlusten. Die Arbeit geht der Frage nach, wie projektspezifisches Wissen langfristig gesichert und für alle Projektbeteiligten zugänglich gemacht werden kann.
Zunächst wurde ein theoretischer Bezugsrahmen zu Wissen, Wissensmanagement und projektbasierten Organisationen erarbeitet und die Ausgangslage des Unternehmens analysiert. Darauf aufbauend erfolgte eine qualitative Untersuchung: In vier leitfadengestützten Interviews mit Mitarbeitenden unterschiedlicher Erfahrungsstufen wurde die gelebte Praxis der Wissenssicherung und des Wissenstransfers erhoben. Die Auswertung erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse und wurde in den theoretischen Rahmen eingeordnet, um Stärken, Schwächen und konkreten Handlungsbedarf sichtbar zu machen.
Die Untersuchung zeigt, dass das Unternehmen sein Wissen vor allem über den direkten persönlichen Austausch weitergibt. Diese Ausrichtung passt zur Projektarbeit, wird aber nicht bewusst gesteuert: Der Austausch beruht auf der Hilfsbereitschaft Einzelner, konkurriert mit der Projektarbeit und bricht ab, sobald eine Person geht. Ein zweiter Befund betrifft die Dokumentation: Oft fehlt nicht die Unterlage selbst, sondern das Wissen, dass sie existiert. Das Problem liegt somit weniger im Fehlen von Wissen als in seiner Zugänglichkeit und Verbindlichkeit. Daraus wurden elf Handlungsempfehlungen in vier Handlungsfeldern abgeleitet: Verantwortlichkeiten, Projektübergabe, Sicherung des Entscheidungswissens sowie Weitergabe personengebundenen Wissens. Sie bauen überwiegend auf Bestehendem auf und lassen sich mit geringem Aufwand umsetzen; zu ausgewählten Massnahmen wurden direkt verwendbare Vorlagen erstellt. Entscheidend ist, dass Wissensarbeit als reguläre Aufgabe anerkannt und dafür Zeit eingeplant wird. So erhält die Auftraggeberschaft einen praxisnahen, sofort anwendbaren Fahrplan, der Wissensverluste verringert und die Kontinuität der Projektarbeit sichert.
Studiengang: Betriebsökonomie (Bachelor)
Keywords Wissensmanagement, Wissenssicherung, Wissenstransfer, implizites Wissen, Erfahrungswissen
Vertraulichkeit: vertraulich
Art der Arbeit
Bachelor Thesis
Auftraggebende
Ingenieurbüro
Autorinnen und Autoren
Gashi, Behare
Betreuende Dozierende
Witmer, Thomas
Publikationsjahr
2026
Sprache der Arbeit
Deutsch
Vertraulichkeit
vertraulich
Studiengang
Betriebsökonomie (Bachelor)
Standort Studiengang
Basel
Keywords
Wissensmanagement, Wissenssicherung, Wissenstransfer, implizites Wissen, Erfahrungswissen