Preisstrategie und Nachfrageeffekte im Dienstleistungssektor - Eine langfristige Szenarioanalyse
Wie wirken sich unterschiedliche Preiserhöhungen langfristig auf Nachfrage und Personalbedarf aus? Eine Szenarioanalyse untersucht die Auswirkungen verschiedener Preisstrategien und zeigt, wie eine ausgewogene Preisgestaltung zur wirtschaftlichen Stabilität beitragen kann.
Gansner, Jasmine ; Baumann, Lara, 2026
Art der Arbeit Bachelor Thesis
Auftraggebende Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor
Betreuende Dozierende Angehrn, Patrick
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Steigende Personal-, Infrastruktur- und Betriebskosten sowie veränderte Marktbedingungen erhöhen die strategische Bedeutung einer langfristig tragfähigen Preisgestaltung. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass höhere Preise die Nachfrage und Kundenbindung beeinträchtigen. Ziel der Arbeit ist es, die Auswirkungen verschiedener Preissteigerungen auf die Buchungsnachfrage und die Personalstruktur zu untersuchen und daraus eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die zukünftige Preis- und Personalplanung abzuleiten.
Die Untersuchung kombiniert wissenschaftliche Erkenntnisse aus den Bereichen Preismanagement, Preiselastizität und Kundenverhalten mit einer Unternehmens-, Markt-, Wettbewerbs- und SWOT-Analyse. Ergänzend wurde eine standardisierte Online-Kundenbefragung mit 530 Teilnehmenden durchgeführt. Interne Unternehmensdaten wurden in einer Excel-basierten Modellrechnung verarbeitet. Darauf aufbauend wurden drei Zukunftsszenarien entwickelt, welche die Auswirkungen unterschiedlicher Preissteigerungen auf Nachfrage, wirtschaftliche Entwicklung und Personalbedarf über zehn Jahre simulieren.
Die Ergebnisse zeigen, dass moderate Preiserhöhungen wirtschaftlich sinnvoll sein können, während stärkere Preissteigerungen zunehmend negative Auswirkungen auf die Nachfrage haben. Eine Preiserhöhung von rund 10 % führt zwar zu einem anfänglichen Nachfragerückgang, ermöglicht langfristig jedoch die höchsten Gewinne und schafft finanzielle Spielräume für die Sicherung der Leistungsqualität und Personalentwicklung. Ab einer Preissteigerung von 30 % übersteigen die Nachfrageverluste die zusätzlichen Erlöse, wodurch langfristig negative Betriebsergebnisse entstehen. Gleichzeitig nimmt mit steigender Preissteigerung die Bereitschaft zu, das Angebot weniger häufig zu nutzen, zu alternativen Anbietern zu wechseln oder vollständig darauf zu verzichten. Bestandskunden zeigen dabei tendenziell eine höhere Preisakzeptanz und stärkere Bindung als Neukunden. Die Szenarioanalyse verdeutlicht zudem, dass sinkende Nachfrage unmittelbar Auswirkungen auf den Personalbedarf und damit auf die zukünftige Personalstruktur hat. Die Arbeit empfiehlt daher eine moderate, schrittweise umgesetzte Preisstrategie, deren Auswirkungen laufend anhand relevanter Kennzahlen überprüft werden.
Studiengang: Betriebsökonomie (Bachelor)
Keywords Preisstrategie, Kundenverhalten, Nachfrageentwicklung, Szenarioanalyse
Vertraulichkeit: vertraulich