Einführung Individualbesteuerung - Rechtliche, ökonomische und gesellschaftliche Auswirkungen

Die Individualbesteuerung soll die Heiratsstrafe beseitigen und die Steuergerechtigkeit stärken. Doch welche Folgen hat der Systemwechsel für Steuerpflichtige, Staat und Gesellschaft? Die Arbeit beleuchtet die wichtigsten rechtlichen, ökonomischen und gesellschaftlichen Auswirkungen.

Grüter, Fabienne;Shanderasegaram, Abischa, 2026

Art der Arbeit Bachelor Thesis
Auftraggebende -
Betreuende Dozierende Gartenmann, Matthias
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In der Schweiz werden Ehepaare heute gemeinsam besteuert. Aufgrund der Progression kann dies insbesondere bei Doppelverdienerpaaren zu einer höheren Steuerbelastung als bei unverheirateten Paaren führen (Heiratsstrafe). Mit der Einführung der Individualbesteuerung soll jede Person unabhängig vom Zivilstand einzeln besteuert werden. Die Reform wirft diverse Fragen auf und beeinflusst insbesondere Erwerbsanreize sowie das Steueraufkommen.
Die Arbeit untersucht die Einführung der Individualbesteuerung anhand einer Literatur- und Gesetzesanalyse sowie der Auswertung amtlicher Berichte, politischer Vorlagen und statistischer Daten. Ergänzend werden steuerliche Rechenbeispiele für verschiedene Haushaltskonstellationen durchgeführt und die Auswirkungen auf Steuerbelastung, Erwerbsanreize, Steueraufkommen sowie Gleichstellung und Familienmodelle systematisch analysiert und beurteilt.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Individualbesteuerung weit mehr ist als eine Änderung der Besteuerungsmethode. Sie beseitigt die steuerliche Benachteiligung vieler verheirateter Doppelverdienerpaare, stärkt die Erwerbsanreize für Zweitverdienende und fördert die Zivilstandsneutralität. Dadurch kann die Erwerbsbeteiligung insbesondere von Zweitverdienenden steigen und einen Beitrag zur Entschärfung des Fachkräftemangels leisten. Gleichzeitig profitieren nicht alle Haushalte gleichermassen. Während Doppelverdienerhaushalte häufig steuerlich entlastet werden, können Einverdienerhaushalte und Ehepaare mit stark unterschiedlichen Einkommen Mehrbelastungen erfahren. Zudem sind Steuerausfälle bei Bund und Kantonen sowie ein höherer administrativer Aufwand infolge der getrennten Veranlagung zu erwarten. Unsere Arbeit zeigt, dass die Reform unterschiedliche Ziele wie Steuergerechtigkeit, Gleichstellung, Familienpolitik und fiskalische Interessen miteinander vereinbaren muss und deshalb keine Lösung ohne Zielkonflikte darstellt.
Studiengang: Wirtschaftsrecht (Bachelor)
Keywords Individualbesteuerung, Steuern, Ehepaar, Auswirkungen
Vertraulichkeit: öffentlich
Art der Arbeit
Bachelor Thesis
Auftraggebende
-
Autorinnen und Autoren
Grüter, Fabienne;Shanderasegaram, Abischa
Betreuende Dozierende
Gartenmann, Matthias
Publikationsjahr
2026
Sprache der Arbeit
Deutsch
Vertraulichkeit
öffentlich
Studiengang
Wirtschaftsrecht (Bachelor)
Standort Studiengang
Brugg-Windisch
Keywords
Individualbesteuerung, Steuern, Ehepaar, Auswirkungen