Konzeption und Evaluation eines standardisierten Analyseframeworks zur Teilautomatisierung analytischer Prüfungshandlungen im Versicherungs-Audit
Diese Bachelorarbeit befasst sich mit der fortschreitenden Digitalisierung in der Wirtschaftsprüfungsbranche und beinhaltet ein Konzept zur Standardisierung und Teilautomatisierung ausgewählter analytischer Prüfungshandlungen im Rahmen der Revision von Schweizerischen Versicherungsgesellschaften.
Markovic, Luka ; Fuchs, Samuel, 2026
Art der Arbeit Bachelor Thesis
Auftraggebende Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
Betreuende Dozierende Canipa, Marco
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Die Wirtschaftsprüfung befindet sich im Wandel. Steigende regulatorische Anforderungen, wachsende Datenverfügbarkeit und zunehmende Digitalisierung verändern, wie analytische Prüfungshandlungen geplant, durchgeführt und dokumentiert werden. In der Abteilung für Revisionen von Versicherern einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft fehlt bislang eine standardisierte Lösung für analytische Prüfungshandlungen. Stattdessen werden individuelle, manuell erstellte Excel-Templates eingesetzt. Dies führt zu hohem manuellem Aufwand, fehlender Vergleichbarkeit zwischen Mandaten und redundanter Arbeit.
Um ein prüfungstechnisch fundiertes Konzept zu erstellen, wurden externe Anforderungen umfassend analysiert und in eine Anforderungsanalyse aggregiert. Dazu gehören die Schweizer Standards zur Abschlussprüfung, die AVO-FINMA und die interne Prüfungsmethodologie der Auftraggeberin. Anschliessend wurde, basierend auf dem Design-Science-Research-Ansatz, ein Konzept basierend auf diesen Anforderungen entwickelt. Dieses Konzept diente dann als Vorlage zur Erstellung eines Prototyps für ein Tool, welches im Nachgang anhand realer, durchgeführter Prüfungshandlungen getestet und evaluiert wurde.
Das Konzept konnte als funktionsfähiger Excel-Prototyp implementiert und mittels eines quantitativen Back-Testings auf anonymisierten, historischen Mandatsdaten der Auftraggeberin evaluiert werden. Es wurde auf zwölf Testmandaten mit insgesamt 48 anwendbaren Datenpunkten (acht analytische Prüfungshandlungen zur Risikoidentifikation- und Beurteilung, 28 aussagebezogene analytische Prüfungshandlungen und zwölf analytische Prüfungshandlungen zur Ableitung einer Gesamtschlussfolgerung) durchgeführt. Alle 48 Datenpunkte stimmten mit den manuell durchgeführten Referenz-Prüfungshandlungen überein, was einer Übereinstimmungsrate von 100% entspricht und den definierten Schwellenwert von 80% deutlich übertrifft. Ein ergänzend durchgeführter exakter Binomialtest verwirft die Nullhypothese einer Rate von lediglich 80% klar (p < 0.001); die konservative Wilson-Untergrenze liegt bei 94.7%. Bei 8 der 48 Datenpunkte war der Differenzbetrag erst nach Adjustierung der Datengrundlage identisch, was auf eine dokumentierte konzeptionelle Limitation bei Mandaten mit Konsolidierungsbuchungen zurückgeht, ohne dass dies die binäre Konklusion beeinflusste. Die Forschungshypothese wurde demnach bestätigt.
Studiengang: Betriebsökonomie (Bachelor)
Keywords Analytische Prüfungshandlungen, Versicherungs-Audit Schweiz, Design Science Research, AVO-FINMA, ISA-CH, Datengetriebene Prüfung, Excel-Prototyp
Vertraulichkeit: vertraulich