Kostentransparenz durch IT-Controlling
Steigende IT-Kosten, aber kaum Transparenz darüber, wer sie verursacht: Diese Bachelorthesis zeigt einem Schweizer Finanzinstitut, wie es mit Showback und einem gestuften Vorgehen die Transparenz seiner IT-Betriebskosten erhöhen kann, ohne die verfügbaren Mittel zu überschreiten.
Michelle, Böni, 2026
Art der Arbeit Bachelor Thesis
Auftraggebende Schweizer Finanzinstitut
Betreuende Dozierende Koch, Maximilian
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Der IT-Anteil am Geschäftsaufwand der Schweizer Banken liegt bei rund 22 Prozent und steigt jährlich um durchschnittlich 6 Prozent an. Das Kernproblem liegt häufig nicht in der Höhe der Kosten, sondern in der fehlenden Transparenz darüber, welcher Bereich welche IT-Kosten verursacht. Auch die Auftraggeberschaft, ein Schweizer Finanzinstitut mittlerer Grösse, verfügt über keine verursachungsgerechte Zuordnung ihrer IT-Betriebskosten. Da die Ressourcen stark ausgeschöpft sind, muss ein geeignetes Modell Transparenz schaffen und zugleich mit den vorhandenen Mitteln umsetzbar sein.
Auf Basis einer Literaturrecherche wurden vier Modelle und zwei Frameworks erfasst und beschrieben: Prozesskostenrechnung, Total Cost of Ownership, Showback, IT-Chargeback, Technology Business Management und FinOps. Anschliessend wurden diese anhand dreier mit der Auftraggeberschaft definierter Kriterien qualitativ beurteilt: Komplexität der Einführung, Kosten-Nutzen-Verhältnis und Nachvollziehbarkeit der Verrechnung. Ergänzend flossen zwei Experteninterviews mit IT-Controllern aus dem Finanzsektor in die Arbeit ein.
Die Beurteilung führt zu einem klaren Ergebnis: Showback erfüllt als einziges Modell alle drei Kriterien ohne wesentliche Einschränkungen. Es macht den Fachbereichen sichtbar, welche IT-Kosten ihr Nutzungsverhalten verursacht, ohne dass eine tatsächliche Verrechnung erfolgt, und stellt nur geringe Anforderungen an Daten und Organisation. IT-Chargeback eignet sich als Ausbaustufe, setzt jedoch eine belastbare Datengrundlage und eine sorgfältige Methodenwahl voraus. Die übrigen Ansätze scheiden aus, da sie zu aufwendig sind oder ein ungenügendes Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweisen.Der Auftraggeberschaft wird deshalb ein gestuftes Vorgehen empfohlen: Kurzfristig schafft Showback eine transparente Sicht auf die direkten IT-Betriebskosten, wobei wenige, verständliche Verteilschlüssel verwendet und die benötigten Daten automatisiert erhoben werden. Mittelfristig werden Datenqualität, Akzeptanz und Kostenbewusstsein überprüft. Fallen die Resultate positiv aus, wird langfristig über die Einführung von IT-Chargeback entschieden. So kann das Finanzinstitut seine IT-Kostentransparenz mit den vorhandenen Mitteln schrittweise erhöhen und die IT als Wertschöpfungselement positionieren.
Studiengang: Wirtschaftsinformatik (Bachelor)
Keywords IT-Controlling, Kostentransparenz, Prozesskostenrechnung, Total Cost of Ownership, Showback, Chargeback, Technology Business Management, FinOps
Vertraulichkeit: vertraulich