Neuaufteilung der Beraterrollen: Potenziale einer spezialisierten Finanzierungsberatung
Braucht eine Schweizer Retailbank eigene Finanzierungsspezialisten oder bleibt die Beratung besser bei den Generalisten? Eine Bachelor-Thesis prüft am Beispiel einer ausgewählten Bank, ob sich eine spezialisierte Finanzierungsberatung im Alltag tragfähig und sinnvoll umsetzen lässt.
Joel, Märki & Andreas Pete, 2026
Art der Arbeit Bachelor Thesis
Auftraggebende Schweizerisches Finanzinstitut
Betreuende Dozierende Härri, Matthias
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Kundenberatende im Schweizer Retail Banking decken traditionell das ganze Spektrum ab, von der Kontoeröffnung über die Hypothek bis zur Anlage. Digitalisierung, steigende regulatorische Anforderungen und komplexere Kundenanliegen setzen dieses Generalistenmodell zunehmend unter Druck. Aufgrund dieser Dynamik wird über Anpassungen am derzeitigen Beratungsmodell diskutiert, mit einer spezialisierten Finanzierungsberatung als Teilaspekt. Ob ein solches Modell auf Ebene einer einzelnen Bank wirtschaftlich sinnvoll und im Team akzeptiert wäre, soll reflektiert und sichtbar gemacht werden.
Die Arbeit folgt einem qualitativen Forschungsdesign. Vier Leitfadeninterviews mit Führungs-personen der untersuchten Bank, je aus Gesamtleitungs-, Vertriebs-, Kredit- und Anlagesicht, wurden nach Mayring inhaltsanalytisch ausgewertet. Ergänzend flossen interne Strategie- und Planungsunterlagen sowie Kennzahlen zur Kunden- und Personalsituation ein. Die Erkenntnisse wurden mit Fachliteratur und aktuellen Studien bestmöglich abgeglichen.
Die Erkenntnisse sprechen für eine Spezialisierung, nicht aber für eine eigenständige Stelle. Empfohlen wird eine Mischform, die Fallführung, fachliche Qualität und Wissensaufbau verbindet, verteilt auf definierte Teilpensen innerhalb der bestehenden Generalistenrolle. Diese erhalten dafür ein spürbar verkleinertes Kundenbuch. Der Zuständigkeitsbereich ist gestuft und kann bei Bedarf skaliert werden. Reine Vertriebs- oder Backoffice-Varianten sowie regionale und zentrale Lösungen erwiesen sich als weniger attraktiv. Das Modell entlastet die Beratung, bündelt Wissen und hebt die generelle Qualität der betroffenen Arbeit. Die erwartete Akzeptanz fällt aus Führungssicht positiv aus, sofern die Schnittstellen und Arbeitsstrukturen verbindlich geregelt sind. Ebenso benennt die Arbeit die Bedingungen der Praxistauglichkeit, nachhaltige Reduktion der Kundenbücher, klare Übergaberegelungen, eine überprüfbare Grenze zwischen Normal- und Spezialfall sowie Kostenneutralität im Betrieb.
Studiengang: Betriebsökonomie (Bachelor)
Keywords Generalist, Spezialist, Beratung, Finanzierung
Vertraulichkeit: vertraulich