Arbeitsplätze im Wandel durch TMS - Die Zugverkehrsleitenden der BLS Netz AG und ihr Arbeitsplatz von morgen
Mehr Automatisierung bedeutet nicht weniger Verantwortung: Mit dem Traffic Management System verändert sich die Arbeit der Zugverkehrsleitenden grundlegend. Wie muss ihr Arbeitsplatz gestaltet sein, damit Übersicht, Sicherheit und Flexibilität auch künftig gewährleistet bleiben?
Zoe Matter, & Melvin Enrique Wettstein, 2026
Art der Arbeit Bachelor Thesis
Auftraggebende BLS Netz AG
Betreuende Dozierende Del Percio, Alfonso
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Die BLS Netz AG führt schrittweise das Traffic Management System (TMS) ein. Damit verschiebt sich die Tätigkeit der Zugverkehrsleitenden in der Betriebszentrale Spiez von der aktiven Steuerung zunehmend zur Überwachung, Prüfung und Freigabe systemgestützter Prozesse. Zugleich ist die Anzeigefläche der heutigen Arbeitsplätze weitgehend ausgeschöpft. Die Arbeit untersucht die daraus bis 2035 entstehenden Anforderungen an Aufgaben, Kompetenzen und Arbeitsplatzgestaltung und entwickelt ein ergonomisch und betrieblich fundiertes Zielbild.
Die Arbeit folgt einem qualitativ-explorativen Forschungsdesign. Beobachtungen im Arbeitsalltag, interne Dokumente und leitfadengestützte Interviews mit Zugverkehrsleitenden sowie dem Betriebs-leiter wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet. Die abgeleiteten Anforderungen wurden mit arbeitswissenschaftlichen Grundlagen und ergonomischen Grenzwerten verknüpft. Darauf aufbauend entstanden sieben Layoutideen, die betrieblich, technisch und ergonomisch beurteilt und zu zwei Zielvarianten weiterentwickelt wurden.
Die Analyse zeigt, dass TMS repetitive und kommunikative Aufgaben teilweise automatisiert, die Verantwortung der Zugverkehrsleitenden jedoch bestehen bleibt. Ihre Rolle verlagert sich auf Überwachung, Plausibilitätsprüfung und rasches Eingreifen. Damit gewinnen Systemverständnis, Situationsbewusstsein und der Umgang mit Belastungswechseln an Bedeutung. Der Arbeitsplatz benötigt zusätzliche, flexibel nutzbare Anzeigeflächen, ohne sicherheitsrelevante Informationen zu verdrän-gen. Als Vorzugsvariante wurde eine kompakte Monitorwand aus zwölf 24-Zoll-Bildschirmen in drei Reihen entwickelt. Die gekrümmte Ausrichtung schafft vergleichbare Sehabstände. Getrennte Rechnerumgebungen und zwei umschaltbare Anzeigen ermöglichen Flexibilität für unterschiedliche Betriebs- und Ausbildungssituationen. Falls die Umschaltung nicht freigegeben wird, steht eine Variante mit fester Systemzuordnung bereit. Vor einer Einführung soll das Konzept technisch geprüft und gemeinsam mit den Mitarbeitenden an einem Testarbeitsplatz erprobt werden.
Studiengang: Betriebsökonomie (Bachelor)
Keywords TMS, BLS, Arbeitsplatz, Automatisierung, Digitalisierung, Rollenwandel, Gestaltung
Vertraulichkeit: öffentlich