Nachhaltige globale Anleihenportfolios: Auswirkungen der ESG-Integration auf Rendite und Risiko
Fünf passive globale ESG-Anleihenfonds, zwei regulatorischer Rahmen und deutlich unterschiedliche Umsetzungen. Die Arbeit vergleicht deren ESG-Methodik sowie Rendite und Risiko und zeigt auf, worauf es bei der Weiterentwicklung des Nachhaltigen Anlageuniversums der Bank ankommt.
Vielmi, Gino, 2026
Art der Arbeit Bachelor Thesis
Auftraggebende Schweizer Bank
Betreuende Dozierende Witmer, Thomas
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Nachhaltiges Anlegen ist in der Schweiz zu einem tragenden Bestandteil der Vermögensverwaltung geworden. Rahmenwerke wie die europäische SFDR und die AMAS-Selbstregulierung zu Transparenz und Offenlegung bei Kollektivvermögen mit Nachhaltigkeitsbezug setzen einen zunehmend anspruchsvollen Standard. Für die Aufnahme passiver Anleihenfonds in das Nachhaltige Anlageuniversum stellt sich damit die Frage, wie einzelne Anbieter ESG-Kriterien innerhalb desselben Regelwerks konkret umsetzen und welche Konsequenzen diese Umsetzung für Rendite und Risiko hat.
Untersucht wurden fünf in der Schweiz vertriebene passive globale ESG-Anleihenfonds von Swisscanto, iShares, HSBC, UBS und Xtrackers. Der qualitative Teil vergleicht anhand von Fondsdokumentation und Anbieterangaben die Ausschlusskriterien, die ESG-Rating-Systematik und das Vorhandensein einer expliziten Klimakomponente. Der quantitative Teil stützt sich auf einheitlich berechnete Zeitreihen und stellt annualisierte Rendite und Duration der Fonds dem traditionellen Bloomberg Global Aggregate Index als Marktindex gegenüber.
Alle fünf Fonds unterscheiden sich in ihren methodischen Schwerpunkten substanziell: Ausschlusskriterien, ESG-Rating-System und Klimakomponente variieren deutlich zwischen den Anbietern.Quantitativ zeigen sich zwei zentrale Befunde. Erstens weisen alle fünf ESG-Fonds im gemeinsamen Vergleichszeitraum einen annualisierten Rückstand von 43 bis 82 Basispunkten gegenüber dem Marktindex auf. Die Renditespreizung innerhalb der ESG-Gruppe beträgt lediglich 38 Basispunkte und ist damit deutlich enger als der strukturelle Rückstand. Zweitens ist die Zinssensitivität aller Fonds vergleichbar, strukturell abweichende Positionierungen sind nicht erkennbar.Für die Bank folgt daraus: Die Auswahl innerhalb des ESG-Segments ist weniger eine Rendite- als eine Methodikfrage. Ein Selektionsraster entlang Ausschlusskriterien, Rating-Systematik und Klimabezug bildet das entscheidende Unterscheidungsmerkmal, während der Rückstand gegenüber dem Marktindex in den untersuchten Jahren gegenüber Kundinnen und Kunden transparent gemacht werden sollte.
Studiengang: Betriebsökonomie (Bachelor)
Keywords Nachhaltige Anleihenfonds, ESG-Integration, Passive Investementstrategie, Fondsvergleich, SFDR, AMAS-Selbstregulierung
Vertraulichkeit: vertraulich