Vom Jahresgespräch zum kontinuierlichen Dialog: Wie Mitarbeitende die neuen Check-ins erleben
Wie erleben Mitarbeitende regelmässige Check-ins im Performance Management? Die Bachelorarbeit zeigt, welche Rolle psychologische Sicherheit und die Umsetzung im Führungsalltag spielen und welche Erfolgsfaktoren und Spannungsfelder die Wahrnehmung und Weiterentwicklung der Check-ins prägen.
Grcev, Katarina, 2026
Art der Arbeit Bachelor Thesis
Auftraggebende Schweizerisches Finanzinstitut
Betreuende Dozierende Özdemir, Feriha
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Mit einem neuen Performance-Management-Ansatz vollzog ein Schweizer Finanzinstitut Anfang 2026 den Wechsel vom jährlichen Beurteilungssystem zum kontinuierlichen Dialog- und Entwicklungsprozess. Die HR-Begleitung der Einführungsphase fokussierte zunächst die Führungskräfte, während die Perspektive der Mitarbeitenden noch wenig untersucht war. Die Bachelorarbeit analysiert daher, wie Mitarbeitende – ergänzt durch die Sicht der Führungskräfte – die regelmässigen Check-ins wahrnehmen und welche Bedeutung der psychologischen Sicherheit dabei zukommt.
Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurden eine systematische Literaturrecherche, interne HR-Befragungen und zwölf qualitative Interviews kombiniert. Befragt wurden sieben Mitarbeitende und fünf Führungskräfte des Schweizer Finanzinstituts. Die Interviews wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz und Rädiker systematisch ausgewertet. Anschliessend wurden die Erkenntnisse zusammengeführt, um zentrale Erfolgsfaktoren, Spannungsfelder und Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung des Performance Managements abzuleiten.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Check-ins durch regelmässigen Austausch, die frühzeitige Anpassung von Zielen und die stärkere Entwicklungsorientierung einen Mehrwert bieten. Entscheidend ist jedoch weniger das Instrument selbst als dessen Umsetzung im Führungsalltag. Zentrale Erfolgsfaktoren sind klare Erwartungen und Ziele, coachendes Führungsverhalten, die aktive Einbindung der Mitarbeitenden und eine transparente Leistungsbeurteilung. Psychologische Sicherheit wird nicht als Folge der Check-ins wahrgenommen, sondern mit dem Führungsverhalten und der bestehenden Beziehungsqualität in Verbindung gebracht. Handlungsbedarf zeigt sich bei der strategischen Zielklarheit, der Transparenz der Leistungsbeurteilung und dem unterstützenden Tool. Daraus wurde ein Konzept mit drei Handlungsempfehlungen abgeleitet: kontinuierliche Feedback- und Lernschleifen, bereichsbezogene Führungsdialoge sowie die Weiterentwicklung des Tools und unterstützender Prozesse. Das Konzept bietet dem Finanzinstitut einen praxisnahen Rahmen, um das Performance Management evidenzbasiert, bedarfsgerecht und nachhaltig weiterzuentwickeln.
Studiengang: Betriebsökonomie (Bachelor)
Keywords Performance Management, kontinuierliche Check-ins, psychologische Sicherheit, Mitarbeitendendialog, Führung, Feedbackkultur, Mitarbeitendenentwicklung, Führungsverhalten, Leistungsbeurteilung, Finanzbranche
Vertraulichkeit: vertraulich