Analyse und Entwicklung eines konzeptionellen Soll-Zustands für die Labelling-Prozesse in der Produktion.
Ein Etikett ist ein wichtiger Teil des Produkts und auch ein Teil des Marketings, doch die Etikettierung eines Schweizer Lebensmittelherstellers wurde bislang nicht als Gesamtsystem geplant. Die Arbeit zeigt, wie die gewachsene Labellinglandschaft vereinfacht und zukunftsfähig gestaltet werden kann.
Hess, Pascal, 2026
Art der Arbeit Bachelor Thesis
Auftraggebende Schweizer Lebensmittelhersteller
Betreuende Dozierende Miller, Barbara Therese
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Im untersuchten Werk der Auftraggeberin sind 42 Auszeichnungsgeräte von acht Herstellern im Einsatz. Gesteuert werden sie durch drei verschiedene Softwaresysteme, die im Kern dieselbe Aufgabe erfüllen. Diese Vielfalt ist über Jahre gewachsen und nicht das Ergebnis einer geplanten Architektur. Daraus resultiert ein hoher Koordinationsaufwand und eine zusätzliche Komplexität bei variablen Daten wie Haltbarkeitsdatum oder Chargennummer. Zudem fehlt eine tragfähige Basis für künftige Technologien wie KI. Die Auftraggeberin wünscht eine externe Analyse als Grundlage für strategische Entscheide.
Die Arbeit folgt einem dreiphasigen Vorgehen nach Design Science Research. Eine systematische Literaturrecherche zu Labelling, Prozessanalyse und Regulatorik bildete die theoretische Grundlage. Darauf aufbauend wurde die Ist-Situation durch eine Dokumentenanalyse, strukturierte Begehungen und fünf leitfadengestützte Interviews empirisch untersucht. Aus 48 systematisch erhobenen Anforderungen entstanden drei Lösungsansätze, die mittels Nutzwertanalyse bewertet wurden. Auf Grundlage des bestbewerteten Ansatzes wurde das Soll-Konzept erarbeitet und in einem externen Experteninterview validiert.
Die Analyse deckt 36 Schwachstellen auf, von denen elf als gravierend eingestuft wurden. Dazu zählen zum Beispiel fehlende Statusrückmeldungen, ungeprüfte Barcodes und eine aufwendige Stammdatenpflege. Ein zentraler Befund überrascht, da nicht einzelne technische Defekte den Prozess belasten, sondern die gewachsene Fragmentierung. Die Stärke der heutigen Lösung im Normalbetrieb wurde als schnell und zuverlässig identifiziert und sollte im Soll-Konzept erhalten bleiben. Aus den Anforderungen wurden drei strategisch unterschiedliche Lösungsansätze entwickelt und mittels Nutzwertanalyse bewertet. Der bestbewertete diente als Grundlage für das Soll-Konzept. Das daraus abgeleitete Soll-Konzept beruht auf einer zweischichtigen Zielarchitektur und fünf Bausteinen. Es verspricht tiefere Betriebskosten, weniger Fehlerquellen und eine tragfähige Basis für 2D-Codes sowie KI. Ein externer Experte bestätigte die Schlüssigkeit des Konzepts und sah keinen Anpassungsbedarf. Zehn Handlungsempfehlungen über drei Zeithorizonte zeigen den Weg zur Umsetzung, wovon vier sich sofort und ohne Systementscheid anstossen lassen. Detaillierte Ansatzpunkte für die Auftraggeberin werden in der Arbeit dargelegt.
Studiengang: Wirtschaftsinformatik (Bachelor)
Keywords Digitalisierung, Etikettierung, Lebensmittelindustrie, Prozessmanagement, BPMN, Anforderungsanalyse
Vertraulichkeit: vertraulich