Strategische Wahl eines Vertriebssystems
In dieser Projektarbeit wird analysiert, welches Vertriebsmodell den geplanten Marktausbau der Freecem GmbH in der Deutschschweiz am besten unterstützt. Verglichen werden ein Franchisesystem und alternative Vertriebsmodelle unter strategischen, organisatorischen und finanziellen Gesichtspunkten.
Denis Boqaj & Jakub Jordi & Rony Ramë Kasumaj & Remo Stähli, 2025
Art der Arbeit Projektarbeit/Praxisprojekt
Auftraggebende Freecem GmbH
Betreuende Dozierende Bellone, Veronika
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Die Freecem GmbH ist ein seit 1999 etabliertes Vertriebsunternehmen für hochwertige Boden- und Wandbeläge mit Hauptsitz im Tessin und einer Zweigniederlassung in Meisterschwanden. Das Unternehmen verfügt über exklusive Vertriebsrechte mit mehreren italienischen Herstellern und bedient primär Wiederverkäufer, Generalunternehmer sowie eine projektbezogene Kundschaft. Die bestehende Vertriebsstruktur ist stark zentral organisiert und weist eine hohe Personenabhängigkeit auf, was im Zuge eines geplanten Wachstums in der Deutschschweiz zu einem strategischen Handlungsbedarf führt.
Zur Beantwortung der Fragestellung wurde ein mehrstufiges Vorgehen gewählt. Zunächst erfolgte eine Marktanalyse des Schweizer Bodenbelagsmarktes auf Basis amtlicher Wohnungsbaudaten zur Identifikation attraktiver Regionen. Ergänzend wurde das Wettbewerbsumfeld analysiert. In einem weiteren Schritt wurden ein Franchisemodell und eine Handelsvertreterlösung mittels einer SWOT-Analyse sowie weiteren Machbarkeits-, Kosten- und Nutzwertanalysen systematisch verglichen.
Die Analyse zeigt deutliche strukturelle Unterschiede zwischen den betrachteten Modellen. Das Franchisemodell erfordert hohe Anfangsinvestitionen, intensive laufende Fixkosten sowie einen ausgeprägten Aufbau standardisierter Prozesse und zusätzlicher zentraler Ressourcen. Demgegenüber weist die Handelsvertreterlösung eine schlankere Organisation und eine überwiegend variable Kostenstruktur auf. Aufgrund fehlender Prozessstandardisierung, begrenzter personeller Kapazitäten und eingeschränkter finanzieller Spielräume ist die Freecem GmbH aktuell nur bedingt franchisefähig. Für die Auftraggeberschaft ergibt sich daraus eine klare Entscheidungsgrundlage: Der Marktausbau in der Deutschschweiz sollte kurzfristig über eine Handelsvertreterlösung erfolgen. Dieses Modell ermöglicht eine flexible, risikoärmere Markterschliessung und ist mit den bestehenden Ressourcen vereinbar. Langfristig kann ein Franchisesystem als strategische Option weiterverfolgt werden, sofern gezielt in Organisationsentwicklung, Prozessstandardisierung und Markenführung investiert wird.
Studiengang: Betriebsökonomie (Bachelor)
Keywords Eine empirisch-ökonomische Gegenüberstellung von Franchising und Handelsvertretung für die Freecem GmbH
Vertraulichkeit: öffentlich