Der Einfluss des Rundschreibens 2020/1 ‹Rechnungslegung-Banken› auf die Bildung von Wertberichtigungen der Schweizer Banken

Seit der letzten grossen Finanzkrise (2007/2008) wurde der bisherige Ansatz gemäss IAS 39 zur Bildung von Wertberichtigungen auf Forderungen stark kritisiert und wies diverse Schwachstellen auf. Es wurde erkannt, dass Wertberichtigungen eher in einem geringen Ausmass und zu spät gebildet wurden.

Shala, Ilir & Ngo, Kim-Ngan, 2021

Art der Arbeit Bachelor Thesis
Auftraggebende Institut für Finanzmanagement, HSW FHNW
Betreuende Dozierende Canipa, Marco
Keywords Bildung von Wertberichtigungen nach dem Expected-Credit-Loss-Modell
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Mit den am 1. Januar 2018 in Kraft getretenen IFRS 9 sollen die bisherigen Schwachstellen behoben werden. Um diese Mängel zu beheben, hat die FINMA das Rundschreiben 2020/1 ‹Rechnungslegung – Banken› lanciert. Die Bestimmungen der FINMA zur Bildung von Wert-berichtungen orientieren sich am ‹Expected-Credit-Loss-Modell›, das IFRS 9 basiert. Diese Arbeit beabsichtigt anhand der zusammenfassenden Leitfrage; «Welche Auswirkungen hat das Rundschreiben 2020/1 ‹Rechnungslegung – Banken› hinsichtlich dem Expected-Credit-Loss-Modell auf die Finanzwirtschaft und wie wird es umgesetzt?» zu beantworten.
Zur Einführung der wissenschaftlichen Arbeit wird ein Gesamtüberblick über die Rechnungslegungsvorschriften der Schweizer Banken sowie die Rolle und die Bedeutung der FINMA vermittelt. Die Schwerpunkte dieser Arbeit liegen auf der Anwendung und der Analyse des Expected-Credit-Loss-Modells. Um ein praxisnahes Beispiel über die Verwendung des Expected-Credit-Loss-Modells zu bieten, wird anhand der Geschäftszahlen der PostFinance AG eine Simulation erstellt. Auf Basis der daraus simulierten Zahlen werden die Wertberichtigungen auf Forderungen gegenüber Kunden ermittelt.
Über das neue Wertberichtigungsmodell wird von Banken gefordert, mögliche Ausfallrisiken früh zu erkennen und in angemessener Höhe zu wertberichtigen. Für die Berechnung der erwarteten Verluste sind die Komponenten Ausfallwahrscheinlichkeit, Verlustquote bei Ausfall und Forder-ungsbestand zum Ausfallzeitpunkt relevant. Die Schwierigkeit liegt in der Bestimmung der einzelnen Komponenten. In der Vorschrift sind auch keine klaren Definitionen enthalten. Dadurch entsteht bei der Ermittlung der erwarteten Verluste ein Ermessensspielraum. Zur Vereinfachung wurden die eingesetzten Komponenten in der Simulation auf Basis von Lehrmitteln bestimmt, da kein Zugang zu internen Informationen der PostFinance AG vorliegt. Die in der Kalkulation verwendeten Grössen wurden verlässlichen Quellen entnommen. Anhand der Analyse des neuen Modells ist zu erkennen, dass Wertberichtigungen mit dem neuen Ansatz nicht erst beim Eintritt des Ausfallereignisses gebildet werden müssen, sondern nun bereits vor dem Eintritt des Ausfallereignisses eine Risikovorsorge zu bilden ist. Daraus resultierend kann eine gesamte Zunahme des Wertberichtigungsniveaus bei Schweizer Banken angenommen werden.
Studiengang: Betriebsökonomie (Bachelor)
Vertraulichkeit: öffentlich
Art der Arbeit
Bachelor Thesis
Auftraggebende
Institut für Finanzmanagement, HSW FHNW, Basel
Autorinnen und Autoren
Shala, Ilir & Ngo, Kim-Ngan
Betreuende Dozierende
Canipa, Marco
Publikationsjahr
2021
Sprache der Arbeit
Deutsch
Vertraulichkeit
öffentlich
Studiengang
Betriebsökonomie (Bachelor)
Standort Studiengang
Olten
Keywords
Bildung von Wertberichtigungen nach dem Expected-Credit-Loss-Modell