Technische Machbarkeit eines datengetriebenen Performance-Management-Ansatzes in Schweizer Akutspitälern

Schweizer Spitäler erstellen Führungskennzahlen heute meist manuell. Die Arbeit zeigt: Eine automatisierte, datengetriebene Kennzahlenplattform ist technisch machbar – und entwirft die Architektur, mit der aus isolierten Spitalsystemen verlässliche Steuerungsinformationen entstehen.

Scavetta, Giuseppe, 2026

Type of Thesis Bachelor Thesis
Client FHNW Hochschule für Wirtschaft
Supervisor Seyff, Norbert, Schibli, Olga
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Schweizer Akutspitäler stehen unter wachsendem Druck, ihre Leistung datenbasiert zu steuern. Ihre IT-Landschaft ist jedoch fragmentiert: Klinische Informationssysteme, ERP-Systeme und zahlreiche Subsysteme bilden isolierte Datensilos. Steuerungsrelevante Kennzahlen werden deshalb überwiegend manuell in Tabellenkalkulationen zusammengetragen – spät, fehleranfällig und uneinheitlich. Offen war, ob sich aus diesen verteilten Daten verlässliche Kennzahlen automatisiert berechnen lassen.
Die Arbeit ist als technische Machbarkeitsstudie nach dem Design-Science-Research-Ansatz angelegt. Elf leitfadengestützte Experteninterviews mit Management- und IT-Verantwortlichen von Spitälern unterschiedlicher Grösse wurden qualitativ-inhaltsanalytisch ausgewertet, ergänzt um einen Referenzexperten aus dem Finanzsektor. Darauf aufbauend entstanden ein parametrierbares KPI-Framework und eine technische Zielarchitektur. Als durchgehende Beispiele dienten zwei Anker-Kennzahlen: die Kosten pro Behandlungsfall und die 30-Tage-Wiederaufnahmerate.
Die automatisierte Berechnung steuerungsrelevanter Kennzahlen ist technisch machbar – allerdings bedingt. Die eigentliche Hürde ist nicht die Berechnung, sondern drei Bedingungen: die Anbindungsfähigkeit der Quellsysteme, eine datenverantwortliche Stelle für Datenqualität und Governance sowie eine Organisationskultur, die den Kennzahlen vertraut. Die entwickelte Architektur zeigt, wie eine gehostete, mandantenfähige Plattform verteilte Rohdaten automatisiert zu vergleichbaren Kennzahlen verdichtet und in rollenspezifischen Dashboards bereitstellt – vom Verwaltungsrat bis zur Abteilungsleitung. Weil die Komponenten weitgehend spitalunabhängig sind, können auch kleine Häuser die Datenaufbereitung als Dienstleistung beziehen, statt eigene Teams aufzubauen. Zugleich legt die Lösung die Grundlage für prädiktive Kennzahlen – etwa eine umweltfaktorbasierte Auslastungsprognose – und für spitalübergreifende, KI-gestützte Handlungsempfehlungen. Der nächste Schritt ist die Pilotierung eines Prototyps mit einem Partnerspital im Rahmen eines geplanten Förderprojekts.
Studyprogram: Wirtschaftsinformatik (Bachelor)
Keywords Performance Management, Kennzahlen (KPI), Akutspital, Gesundheitswesen, Datenarchitektur, Interoperabilität, Automatisierung, Künstliche Intelligenz
Confidentiality: öffentlich
Type of Thesis
Bachelor Thesis
Client
FHNW Hochschule für Wirtschaft, Olten
Authors
Scavetta, Giuseppe
Supervisor
Seyff, Norbert, Schibli, Olga
Publication Year
2026
Thesis Language
German
Confidentiality
Public
Studyprogram
Wirtschaftsinformatik (Bachelor)
Location
Olten
Keywords
Performance Management, Kennzahlen (KPI), Akutspital, Gesundheitswesen, Datenarchitektur, Interoperabilität, Automatisierung, Künstliche Intelligenz