Vertrauen in der Post-Merger-Phase Die Einflussstärke interner Kommunikation und externer Medienberichterstattung auf das Vertrauen der Mitarbeitenden im Vertriebsverbund nach der Fusion.

In der Zeitung steht, das eigene Unternehmen baue Tausende Stellen ab. Einen Tag später korrigiert eine interne Mitteilung die Zahl. Woran halten sich die Mitarbeitenden? Eine Befragung nach einer Fusion zeigt, welche der beiden Stimmen schwerer wiegt.

Kohlbrenner, Lara, 2026

Type of Thesis Bachelor Thesis
Client Schweizer Versicherungsgesellschaft
Supervisor Philippi, Stefan
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Zwei etablierte Schweizer Versicherungsunternehmen schlossen sich zusammen. Kurz darauf folgten ein angekündigter Stellenabbau und eine kritische Berichterstattung. Für die Mitarbeitenden der Vertriebsorganisation war die Fusion von Beginn an mit Unsicherheit verbunden. Ihr Bild der neuen Organisation speiste sich aus zwei Quellen, die dieselben Ereignisse verschieden darstellten. Damit rückte das Vertrauen in den Vordergrund, denn es gilt als Bedingung dafür, dass eine Integration gelingt. Beide Zusammenhänge waren einzeln erforscht, aber nie direkt verglichen worden.
Im Juni 2026 wurden alle 536 Mitarbeitenden des Innen- und Aussendienstes einer Vertriebsregion online befragt. 260 Antworten waren auswertbar, ein Rücklauf von 48.5 Prozent. Den Massstab lieferte ein etabliertes Vertrauensmodell, nach dem eine Organisation als vertrauenswürdig gilt, wenn ihre Mitarbeitenden ihr Kompetenz, Wohlwollen und Integrität zutrauen. Ausgewertet wurde mit einer mehrstufigen Regressionsanalyse und einem Verfahren, das den Erklärungsanteil auf beide Grössen aufteilt. Sechs Interviews klärten anschliessend, warum die Zahlen so ausfielen.
Beide Quellen hingen mit dem Vertrauen zusammen, aber sehr ungleich. Von dem, was beide gemeinsam erklären, gingen 89.5 Prozent auf die interne Kommunikation und 10.5 Prozent auf die wahrgenommene Medientonalität, rund achteinhalb zu eins. Dabei zählte nicht die Menge der Kommunikation, sondern ihre Qualität. Am hilfreichsten war das Gespräch mit der eigenen Führungsperson (3.90 von 5), am schwächsten die Townhalls der Geschäftsleitung (3.00). Die zentralen Formate galten als gut gemacht, aber zu allgemein. Vertrauen entstand dort, wo jemand die Botschaft in den Arbeitsalltag übersetzte. Das Wohlwollen wurde am schwächsten bewertet (3.06), die Kompetenz am stärksten (3.81). Die Herkunft vor der Fusion änderte am Zusammenhang nichts. Der wirksamste Ansatzpunkt liegt im eigenen Haus. Das Gespräch mit der Führungsperson sollte der Leitkanal sein, und die Führungskräfte müssen vor ihren Teams informiert sein. Harte Entscheidungen brauchen die sorgfältigste Begründung, gemachte Zusagen eine sichtbare Einlösung. Getrennte Kommunikationswege nach Herkunft braucht es nicht. Die Befunde sind eine Momentaufnahme und zeigen Zusammenhänge, keine Wirkrichtungen.
Studyprogram: Betriebsökonomie (Bachelor)
Keywords M&A, Vertrauensforschung, Medienwirkung
Confidentiality: vertraulich
Type of Thesis
Bachelor Thesis
Client
Schweizer Versicherungsgesellschaft, Basel
Authors
Kohlbrenner, Lara
Supervisor
Philippi, Stefan
Publication Year
2026
Thesis Language
German
Confidentiality
Confidential
Studyprogram
Betriebsökonomie (Bachelor)
Location
Basel
Keywords
M&A, Vertrauensforschung, Medienwirkung