Simulations-Readiness Assessment - Was kann und was wird heute schon simuliert? Gap-Analyse für Nachhaltigkeitsmodellierung
Basel testet Superblocks. Doch die Massnahmen mit der grössten Klimawirkung, Entsiegelung und Baumpflanzung, sind im Test rechtlich ausgeschlossen. Ihre Wirkung lässt sich vor dem Entscheid nur simulieren. Kann der Kanton das heute?
Rey, Mike, 2026
Type of Thesis Bachelor Thesis
Client Präsidialdepartement des Kantons Basel-Stadt, Kantons- und Stadtentwicklung
Supervisor Grieder, Hermann
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Der Kanton Basel-Stadt erprobt zwei Superblocks in den Quartieren St. Johann und Matthäus. Die Tests sind nach Signalisationsverordnung auf temporäre und mobile Massnahmen begrenzt, bauliche Eingriffe wie Entsiegelung, Baumpflanzung und Umgestaltung sind ausgeschlossen. Genau diese Eingriffe erzeugen jedoch die Wirkungen auf Hitze, Lärm und Luft, über die ab 2027 im Rahmen einer möglichen Verstetigung zu entscheiden ist. Sie sind im Pilot weder herstellbar noch messbar, sondern nur vorgängig durch Simulation abschätzbar. Ob Daten und Modelle des Kantons dies zulassen, war bislang ungeprüft.
Die Arbeit führt ein qualitatives, dokumentenbasiertes Simulation-Readiness Assessment in sechs Schritten durch. Eine PESTEL-Analyse leitet den Bedarf an prädiktiver Beurteilung her. Eine vierachsige Priorisierungsmatrix wählt aus sechs Wirkungsfeldern die drei Tiefendomänen Mobilität, Lärm und Luft sowie Mikroklima und Hitze aus. Für diese werden Datenbereitschaft und Modellbereitschaft getrennt bewertet, weil beide unabhängig voneinander scheitern können. Die festgestellten Lücken werden nach einer Typologie klassifiziert und in eine abhängigkeitsgeordnete Roadmap überführt.
Der Engpass liegt nicht bei den Daten, sondern bei den Modellen. In allen drei Tiefendomänen sind die nötigen Daten verfügbar und ein szenariofähiges Modell existiert, doch in keiner liess sich ein dokumentierter Weg vom Modell zum perimeterscharfen Szenarienergebnis nachweisen: Zugangsbedingungen sind nicht publiziert, Modelle nicht gekoppelt oder für die geforderte räumliche Auflösung nicht konfiguriert. Da dieser Befund auf fehlender öffentlicher Dokumentation beruht und nicht auf einer bestätigten Verweigerung, benennt die Arbeit ihren Evidenzstatus offen und weist die Verifikation bei den modellführenden Stellen als effizientesten nächsten Schritt aus.Für den Kanton folgen daraus zwei Startpunkte: technisch der Modellzugang, weil das Verkehrsszenario der Eingangswert für Lärm und Luft ist; zeitlich die Erhebung der Beobachtungs-Baselines zu Nutzung, Sozialraum und Wirtschaft, deren Fenster sich mit dem Eingriff schliesst. Zudem liefert die Arbeit ein wiederverwendbares Zwei-Achsen-Instrument mit Lückentypologie, mit dem sich künftige Vorhaben vor dem Mitteleinsatz auf Simulierbarkeit prüfen lassen, und schliesst an die Forschungsinitiative SimmoNa der FHNW an.
Studyprogram: Business Information Technology (Bachelor)
Keywords Superblock; Basel-Stadt; Simulationsbereitschaft; Stadtklima; Verkehrsberuhigung; Digital Twin
Confidentiality: öffentlich