Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz in der Spitex Region Birs GmbH
Die ambulante Pflege hinkt der Digitalisierung hinterher. Die Spitex Region Birs dokumentiert trotz digitalem System viele Prozesse weiterhin manuell. Diese Bachelorarbeit identifiziert vier KI-Anwendungsfälle, die das Pflegepersonal entlasten können.
Özcelik, Umut Can, 2026
Type of Thesis Bachelor Thesis
Client Spitex Region Birs GmbH
Supervisor Gachnang, Phillip
Views: 2
Die Spitex Region Birs GmbH, eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Reinach BL, setzt für ihre Dokumentation das System Perigon ein, das trotz digitaler Oberfläche keinerlei KI-Unterstützung bietet. Pflegefachpersonen müssen nach jedem Einsatz zahlreiche Schritte manuell ausführen, was erheblichen Zeitaufwand verursacht und die verfügbare Zeit für die direkte Pflege reduziert. Der demografische Wandel und der zunehmende Fachkräftemangel verstärken diesen Druck zusätzlich.
Ziel dieser Bachelorarbeit war es, mögliche Einsatzbereiche von künstlicher Intelligenz bei der Spitex Region Birs zu identifizieren, zu analysieren und zu bewerten. Dazu wurden die bestehenden Dokumentationsprozesse mittels BPMN 2.0 modelliert, fünf leitfadengestützte Interviews mit Mitarbeitenden geführt und die Ergebnisse in Anlehnung an die KI-4-KMU-Methode der FHNW bewertet.
Die Analyse ergab vier konkrete KI-Anwendungsfälle. Die KI-Unterstützung beim interRAI-Assessment kann die zeitaufwändigste Büroaufgabe durch automatische Extraktion von Informationen aus bisherigen Verlaufsberichten erheblich beschleunigen. Die Wundfoto-Analyse ermöglicht eine automatische Bildauswertung und vorausgefüllte Wundprotokolle, was Fehler durch vergessene Einträge reduziert. Speech-to-Text für Verlaufsberichte vereinfacht die häufigste Dokumentationsaufgabe nach jedem Einsatz, sofern eine schweizerdeutschtaugliche Lösung eingesetzt wird. Die KI-Unterstützung bei Pflegediagnosen liefert datenbasierte Diagnosevorschläge mit Begründungen, die das Pflegepersonal prüft und bestätigt. Kurzfristig empfiehlt sich die Einführung einer KI-gestützten Wundfoto-Analyse, da dieser Anwendungsfall den höchsten technischen Reifegrad aufweist. Parallel dazu sollte die Evaluation einer schweizerdeutschtauglichen Speech-to-Text-Lösung beginnen. Mittelfristig sollte die KI-Unterstützung beim interRAI-Assessment und bei den Pflegediagnosen angegangen werden. Bei allen Anwendungsfällen sind Datenschutzkonformität gemäss revDSG, intuitive Bedienung und strukturierte Schulungen als übergreifen.
Studyprogram: Business Artificial Intelligence (Bachelor)
Keywords Künstliche Intelligenz, Ambulante Pflege, Pflegedokumentation, Human-in-the-Loop
Confidentiality: öffentlich