Einfluss des Notfallaufkommens auf das Integrale Kapazitätsmanagement des Universitäts-Kinderspitals beider Basel - Analyse stationärer Notfalleintritte 2023-2025
Notfälle in einem Kinderspital lassen sich einzeln kaum vorhersagen und stellen die Kapazitätssteuerung vor besondere Herausforderungen. Die Bachelorarbeit untersucht das stationäre Notfallgeschehen am UKBB und leitet daraus Anforderungen für die neue Abteilung «Integrales Kapazitätsmanagement» ab.
Busch, Sina;Kolb, Michelle, 2026
Type of Thesis Bachelor Thesis
Client Universitäts-Kinderspital beider Basel
Supervisor Özdemir, Feriha
Views: 3
Das Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB) zählt zu den grössten Kindernotfallstationen der Schweiz. Ein Teil der behandelten Fälle führt zu einer stationären Aufnahme. Da sich Kapazitäten nicht auf Vorrat herstellen lassen, müssen Betten, Personal und Infrastruktur bedarfsgerecht eingesetzt werden. Dafür wurde am UKBB das Integrale Kapazitätsmanagement als neue Abteilung eingeführt. Entscheidend ist dabei die enge Vernetzung der verschiedenen Abteilungen, da die Kapazitätssteuerung nicht isoliert in einzelnen Bereichen erfolgen kann.
Um diese Fragestellung zu beantworten, verbindet die Untersuchung eine quantitative Datenanalyse mit einer qualitativen Vertiefung. Grundlage bildet eine Vollerhebung sämtlicher stationären pädiatrischen und chirurgischen Notfalleintritte der vergangenen Jahre. Deskriptive und inferenzstatistische Verfahren sichern auffällige Unterschiede zwischen den Untersuchungsjahren statistisch ab. Ergänzend ordnen zwei Interviews mit Expert:innen aus dem UKBB die statistischen Befunde in den betrieblichen Kontext ein.
Die Auswertung zeigt ein deutlich schwankendes Fallaufkommen mit einem stabilen saisonalen Muster, das im Winter sowie Frühling hohe und im Sommer tiefe Werte aufweist. Ein Muster nach Wochentagen lässt sich dagegen nicht nachweisen. Das Verhältnis zwischen pädiatrischen und chirurgischen Fällen bleibt konstant, während stark belastete Tage im Zeitverlauf zunehmen.Daraus ergeben sich Anforderungen an das Integrale Kapazitätsmanagement. Die stabile Saisonalität verlangt eine vorausschauende statt reaktive Ressourcenplanung. Da sich das Notfallgeschehen selbst nicht steuern lässt, muss die Steuerung am planbaren elektiven Bereich ansetzen und bereichsübergreifend erfolgen. Zunehmende Belastungsspitzen erfordern eine bewusst bewirtschaftete Reserve mit differenzierter Zielauslastung.Die Arbeit leitet daraus priorisierte Massnahmen ab. Kurzfristig zählen dazu die Nutzung vorhandener Pufferkapazitäten und der interne Personalaustausch. Mittelfristig werden das Entlassmanagement gestärkt und die Operationssaal- und Bettenplanung enger verknüpft. Langfristig folgt die saisonale Jahresplanung. Daraus entsteht eine Grundlage für eine vorausschauende Kapazitätssteuerung.
Studyprogram: Betriebsökonomie (Bachelor)
Keywords Integrales Kapazitätsmanagement, Kinderspital, UKBB, stationärer Notfall, Gesundheitswesen, Pädiatrie
Confidentiality: vertraulich