Anforderungen von Gasversorgungsunternehmen und industriellen Grossverbraucher an die Liberalisierung des Schweizer Gasmarkts

Der Schweizer Gasmarkt befindet sich auf dem Weg der Liberalisierung. Diese Bachelorarbeit zeigt im Auftrag des Gasverbund Mittelland AG, welche Anforderungen Gasversorger und industrielle Grossverbraucher an eine Marktöffnung stellen und welche Handlungsempfehlungen sich daraus ableiten lassen.

Elia, Spuhler, 2026

Type of Thesis Bachelor Thesis
Client Gasverbund Mittelland AG
Supervisor Petersen, Andreas
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Der Schweizer Gasmarkt ist bislang nur durch die Transportpflicht gemäss Rohrleitungsgesetz von 1963 geregelt; eine spezialgesetzliche Marktordnung fehlt. Der WEKO-Entscheid 2020 gegen zwei Netzbetreiber zeigte, dass eine erzwungene Marktöffnung ungleiche Bedingungen zwischen den Netzgebieten schafft. Der Bundesrat plant deshalb mit einem Gasversorgungsgesetz eine vollständige Marktöffnung, die angesichts der zurückliegenden Energiekrise an Bedeutung gewonnen hat. Bisher war kaum erforscht, welche Anforderungen die betroffenen Gasversorger und Grossverbraucher an eine Marktöffnung stellen.
Die Untersuchung basiert auf einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring sowie Kuckartz und Rädiker. Als Datengrundlage dienen drei Experteninterviews mit Vertretern der Aare Energie AG, der Eniwa AG und der Swiss Quality Paper AG, ergänzt durch eine Dokumentenanalyse von 21 Stellungnahmen zwei Vernehmlassungsrunden.
Die Analyse zeigt, dass sich die Anforderungen der beiden Akteursgruppen nicht auf einer einzigen Konfliktlinie zwischen Energieversorgern und Industrie verorten lassen. Beim Marktöffnungsgrad weichen die Praxis-Einschätzungen von den Verbandsforderungen ab: Die formale Öffnung bleibt wirkungslos, solange politische Hindernisse die Kundenaquise ausserhalb des Stammnetzes behindern. Bei Messwesen und erneuerbaren Gasen besteht dagegen eine seltene, akteursübergreifende Einigkeit: Sowohl die Pflicht zu kommunikationsfähigen Messsystemen als auch der Verzicht auf eine Beimischquote für erneuerbares Gas gelten als zentrale Schwachstellen. Der grösste Interessenskonflikt zeigt sich bei den Netzkosten, die auf immer weniger Kunden umzulegen sind, woraus die Akteure unterschiedliche Schlüsse ziehen.Für den Gasverbund Mittelland AG liefert die Arbeit fundierte Handlungsempfehlungen und eine neue Perspektive auf die Thematik: eine stufenweise Marktöffnung mit Zwischenzielen, eine praxistaugliche Ausgestaltung des Messwesens, eine landesweit einheitliche Beimischquote, eine anreizbasierte Netzkostenregulierung sowie eine klare Kompetenzverteilung zwischen den Marktakteuren.
Studyprogram: Betriebsökonomie (Bachelor)
Keywords Gasmarktliberalisierung, Gasversorgungsgesetz, Energieversorgungsunternehmen, Industrielle Grossverbraucher, Marktöffnung, Regulierung
Confidentiality: öffentlich
Type of Thesis
Bachelor Thesis
Client
Gasverbund Mittelland AG, Arlesheim
Authors
Elia, Spuhler
Supervisor
Petersen, Andreas
Publication Year
2026
Thesis Language
German
Confidentiality
Public
Studyprogram
Betriebsökonomie (Bachelor)
Location
Brugg-Windisch
Keywords
Gasmarktliberalisierung, Gasversorgungsgesetz, Energieversorgungsunternehmen, Industrielle Grossverbraucher, Marktöffnung, Regulierung