Analyse des Working Capitals und Cash Conversion Cycle im Wärmesegment eines Schweizer Energieversorgers
Ein wachsendes Wärmecontracting-Geschäft bindet zunehmend Kapital im operativen Betrieb. Eine Fünfjahresanalyse von Net Working Capital und Cash Conversion Cycle macht sichtbar, wo Liquidität gebunden ist und wie sich daraus Mittel für Wachstumsinvestitionen freisetzen lassen.
Hasler, Lukas, 2026
Type of Thesis Bachelor Thesis
Client Schweizer Energieversorger
Supervisor Waterstraat, Silke
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Das untersuchte Wärmesegment eines Schweizer Energieversorgers befindet sich in einer kapitalintensiven Aufbauphase. Sein Contracting-Modell finanziert Anlagen, Lieferung und Betrieb über lange Vertragslaufzeiten vor, wodurch Kapital in Forderungen, Vorräten und angefangenen Installationen gebunden wird und mit dem Investitionsprogramm konkurriert. Eine mehrjährige Auswertung dieser Kapitalbindung auf Segmentebene lag bisher nicht vor. Damit fehlte die Grundlage, um Treiber und Optimierungspotenziale zu beurteilen.
Grundlage ist eine quantitative Einzelfallstudie über fünf Geschäftsjahre mit den Beständen des Vorjahres als Basiswerten. Aus internen Finanzdaten wurden Net Working Capital sowie der Cash Conversion Cycle mit den Komponenten DSO, DIO und DPO berechnet und im Zeitverlauf zerlegt. Die Daten wurden systemübergreifend abgeglichen und flossen unverändert in die Analyse ein. Eine systematische Literaturrecherche und die Geschäftsberichte dienten der theoretischen und operativen Einordnung. Aus den Befunden wurden über eine SWOT-Analyse konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet.
Die Kapitalbindung hat deutlich zugenommen und ist zunehmend forderungsgetrieben. Das Net Working Capital stieg über den Untersuchungszeitraum um rund 113 Prozent, wobei die Forderungen zur klar dominierenden Position wurden. Der Cash Conversion Cycle verlängerte sich zunächst von rund 41 auf 75 Tage und verkürzte sich anschliessend wieder auf rund 56 Tage. Die zentrale Schwäche liegt im Forderungsmanagement, dessen Einzugsdauer zuletzt auf über 76 Tage anstieg, während die Lagerdauer als Effizienzgewinn zurückging und die Zahlungsfristen gegenüber Lieferanten stark schwankten. Als grösster Hebel wurde die Forderungssteuerung identifiziert, ergänzt um die Absicherung der tiefen Lagerdauer und eine verstetigte Nutzung des Lieferantenkredits. Eine statische Szenariorechnung weist ein Freisetzungspotenzial von rund 5.9 Mio. CHF aus, was mehr als die Hälfte des Kapitalanstiegs seit Beginn des Zeitraums darstellt. Die Auftraggeberschaft erhält damit erstmals eine segmentscharfe Kennzahlenbasis samt priorisierten Massnahmen, deren freigesetzte Mittel unmittelbar für Wachstumsinvestitionen zur Verfügung stünden.
Studyprogram: Betriebsökonomie (Bachelor)
Keywords Working-Capital-Management, Cash Conversion Cycle, Net Working Capital, Liquiditätssteuerung, Forderungsmanagement, Energieversorger, Utilities, Wärmecontracting, DSO, DIO, DPO
Confidentiality: vertraulich