Absenzen verstehen, senken und Gesundheit der Mitarbeitenden fördern
Warum senkt ein neues Absenzmanagementsystem allein die Fehlzeiten nicht? Diese Bachelorarbeit untersucht bei einem Schweizer Unternehmen die Treiber betrieblicher Absenzen und zeigt, wie sich Gesundheit und Produktivität der Belegschaft nachhaltig stärken lassen.
Lea Aliza, Brodmann; Loris, Stöcklin, 2026
Type of Thesis Bachelor Thesis
Client vertraulich
Supervisor Özdemir, Feriha
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Die Fehlzeiten am Arbeitsplatz steigen in der Schweiz stetig und wirken sich negativ auf Produktivität, Planungssicherheit, Personalkosten und die übrige Belegschaft aus. Auch die Auftraggeberschaft steht vor dieser Herausforderung. Obwohl kurz zuvor ein neues Absenzmanagementsystem eingeführt wurde, zeigte sich bislang nicht die gewünschte Entwicklung. Die Arbeit untersucht deshalb die Einflussfaktoren auf Absenzen sowie mögliche Massnahmen zur Gesundheitsförderung und geht der Frage nach, weshalb die bestehenden Massnahmen bisher nicht den gewünschten Effekt zeigen.
Die Untersuchung folgt einem Mixed-Methods-Ansatz: Absenzdaten wurden quantitativ ausgewertet und mit wissenschaftlicher Literatur verglichen. Ergänzend wurden vier interne Führungskräfte sowie drei externe HR-Fachpersonen mittels leitfadengestützter Interviews befragt und die Ergebnisse thematisch analysiert, um die quantitativen Befunde zu vertiefen und praxisnah einzuordnen.
Die Ergebnisse decken sich mit bestehenden Erkenntnissen aus Theorie und Branchenvergleichen: Die Art der ausgeübten Tätigkeit erweist sich als stärkster Einflussfaktor auf das Absenzgeschehen. Daneben zeigen sich Langzeitabsenzen sowie eine wahrgenommene Arbeitsverdichtung als wesentliche Einflussgrössen. Der direkten Führung kommt eine zentrale Rolle zu, weshalb die Befähigung der Führungskräfte im Umgang mit Gesundheit und Absenzen wichtig ist. Das bestehende System zeigt bislang nicht die erwartete Wirkung, da es die heterogenen Bedürfnisse der Belegschaft nur teilweise berücksichtigt, die Benutzerfreundlichkeit Optimierungspotenzial aufweist und Führungskräfte aufgrund begrenzter Ressourcen vor Herausforderungen stellt. Die Arbeit empfiehlt einen Workshop zur Optimierung des Systems und der Prozesse sowie erweiterte Reportings. Ergänzend werden Schulungen der Führungskräfte, die Bildung von Zielgruppen mit passgenauen Massnahmen sowie weitere Angebote vorgeschlagen. Langfristig empfiehlt sich ein systematisches Gesundheitsmanagement nach Friendly-Work-Space mit regelmässigem Monitoring.
Studyprogram: Betriebsökonomie (Bachelor)
Keywords Absenzmanagement, Betriebliche Gesundheitsförderung, Fehlzeiten, Personalmanagement
Confidentiality: vertraulich