50-Stunden Woche bei der Ärzteschaft - eine Kosten- und Effizienzbetrachtung

Am Kantonsspital Baden steht eine Senkung der wöchentlichen Sollarbeitszeit der Ärzteschaft von 50 auf 46 Stunden zur Diskussion. Diese Arbeit zeigt auf Basis der Zeiterfassungsdaten des gesamten ärztlichen Dienstes, was der Schritt kostet und wann er tatsächlich entlastet.

Adrian, Nguyen & Leon Nguyen, 2026

Type of Thesis Bachelor Thesis
Client Kantonsspital Baden AG
Supervisor Amiet, Christina
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Die Sollarbeitszeit der Ärzteschaft entspricht mit 50 Stunden der gesetzlichen Höchstarbeitszeit. Jede zusätzlich geleistete Stunde gilt deshalb unmittelbar als zuschlagspflichtige Überzeit, zwischen betrieblicher Planung und gesetzlicher Grenze besteht kein Spielraum. Steigende Anforderungen an die Arbeitsbedingungen und die Debatte um kürzere Arbeitszeiten in Schweizer Spitälern erhöhen den Handlungsdruck. Eine belastbare Grundlage, um die finanziellen und organisatorischen Folgen sowie die rechtliche und vertragliche Umsetzbarkeit einzuschätzen, fehlte bislang.
Grundlage ist eine Vollerhebung über ein ganzes Kalenderjahr. Auf dieser Basis wurden drei Arbeitszeitmodelle gegenübergestellt, der heutige 50-Stunden-Betrieb, ein reduziertes 46-Stunden-Modell und dasselbe Modell mit einer angenommenen Effizienzsteigerung. Ergänzend wurden Arbeitsgesetz, Gesamtarbeitsvertrag und internes Reglement auf ihre Spielräume geprüft. Die Ergebnisse sind in einem interaktiven Dashboard zusammengeführt, das die Kennzahlen nach Organisationseinheit, Funktion und Monat aufschlüsselt.
Eine Senkung der Sollarbeitszeit verändert die geleistete Arbeitszeit nicht, sondern ordnet die Stunden neu zu. Die Überstunden steigen auf mehr als das Dreifache, während die Überzeit unverändert bleibt, weil sie an die gesetzliche Grenze von 50 Stunden gebunden ist. Auszahlung und Stellenaufbau kosten im reduzierten Modell fast gleich viel. Damit entscheidet nicht mehr der Preis über die Wahl, sondern die Frage, ob die Massnahme tatsächlich entlastet. Entlastung entsteht nur, wenn die Arbeitszeit je Person sinkt. Rechtlich und vertraglich ist eine Sollarbeitszeit von 46 Stunden ohne Änderung des Regelwerks möglich.Für das Kantonsspital Baden entsteht daraus eine Entscheidungsgrundlage, die bisher gefehlt hat. Die Geschäftsleitung kann die finanziellen Folgen beziffern, die ungleiche Betroffenheit der Organisationseinheiten erkennen und zwischen Auszahlung und Stellenaufbau abwägen. Empfohlen wird, die Mehrarbeit über zusätzliche Stellen aufzufangen, den administrativen Aufwand zu senken und die Reduktion zunächst in einem begrenzten Bereich zu erproben. Das Dashboard lässt sich mit neuen Daten weiterführen und zeigt, ob sich die getroffenen Annahmen im Betrieb bestätigen.
Studyprogram: Betriebsökonomie (Bachelor)
Keywords Arbeitszeitreduktion, Ärzteschaft, Kantonsspital Baden, Szenarioanalyse, Power BI Dashboard
Confidentiality: vertraulich
Type of Thesis
Bachelor Thesis
Client
Kantonsspital Baden AG, Baden
Authors
Adrian, Nguyen & Leon Nguyen
Supervisor
Amiet, Christina
Publication Year
2026
Thesis Language
German
Confidentiality
Confidential
Studyprogram
Betriebsökonomie (Bachelor)
Location
Brugg-Windisch
Keywords
Arbeitszeitreduktion, Ärzteschaft, Kantonsspital Baden, Szenarioanalyse, Power BI Dashboard