Governance- und Portfolio-Transparenz als Enabler für hybrides Arbeiten
Die Bachelorarbeit untersucht, wie hybrides Arbeiten in Schweizer KMU koordiniert wird. Sie zeigt auf, für welche Unternehmen eine Governance- und Portfolio-Transparenzlösung Nutzen stiftet und unter welchen Bedingungen ein Markteintritt gelingt.
Heusser, Raphael, 2026
Type of Thesis Bachelor Thesis
Client Casa Rema Immobilien AG
Supervisor Meyer, Dario
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Hybrides Arbeiten hat sich in der Schweiz etabliert. 2022 arbeiteten 37,1 Prozent der Erwerbstätigen zumindest gelegentlich von zu Hause, in einer Wirtschaft, die zu über 99 Prozent aus KMU besteht. Was im gemeinsamen Büro beiläufig sichtbar war, nämlich Zuständigkeiten, Aufgabenstatus und Abhängigkeiten, muss in verteilten Konstellationen aktiv beschafft werden. An Werkzeugen fehlt es nicht, sondern an der verbindenden Sicht über sie. Team-Tools bieten keine Portfolio-Perspektive, Enterprise-Lösungen sind für KMU zu komplex und zu teuer, Umgehungslösungen verstärken die Fragmentierung.
Das Forschungsdesign ist qualitativ-explorativ. Eine strukturierte Literaturrecherche lieferte den Bezugsrahmen und ein deduktives Kategoriensystem. Zwischen Mai und Juli 2026 wurden 14 semi-strukturierte Experteninterviews geführt, je 7 aus der Entscheidungs- und der Nutzungsperspektive. Drei Kernfälle stammen aus Schweizer KMU mit 2, 28 und 200 Mitarbeitenden, 11 Kontrastfälle aus grösseren Organisationen mit KMU-grossen Koordinationseinheiten. Ausgewertet wurde per qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring, ergänzt um eine Strukturanalyse der Belegungsmatrix.
Der Bedarf folgt weder der räumlichen Distanz noch einer Branche oder Grössenklasse, sondern einer Merkmalskombination aus parallelem Projekt- und Betriebsgeschäft, mehreren externen Partnern, hybrider Arbeitsweise und Nachweispflichten. Die Probleme verdichten sich zu drei Mustern, nämlich Übergaben mit mehreren Beteiligten, verteilten Ablagen und personengebundenem Wissen. Sämtliche Führungspersonen führen über Ergebnisse statt über Anwesenheit, sichtbar wird dabei aber nur, was dokumentiert ist. Vertrauensbasierte Führung und Transparenzinfrastruktur erweisen sich als komplementär. Aktiv gesucht wird eine solche Lösung von niemandem, die Anforderungen konvergieren jedoch auf Integration, geringen Pflegeaufwand, eine konsolidierte Gesamtsicht und eingebaute Nachvollziehbarkeit.Die Ergebnisse liefern der Auftraggeberschaft eine fundierte Entscheidungsgrundlage zur Bedarfslage. Sie umfasst ein trennscharfes Zielgruppen- und Anti-Persona-Profil, drei grössenabhängige Beschaffungsmuster, eine Positionierung als Transparenzschicht über den bestehenden Werkzeugen sowie ein Pilotdesign mit Null- und Nachmessung, das den Nutzen in eingesparter Koordinationszeit messbar macht.
Studyprogram: Betriebsökonomie (Bachelor)
Keywords Hybrides Arbeiten, Governance- und Portfolio-Transparenz, Schweizer KMU, Bedarfsvalidierung, Tool-Fragmentierung und Schatten-IT
Confidentiality: vertraulich